einfach nur extrem – ötztaler radmarathon 2018 oder ich habe eine (alp) traum…

(13.09.2018) ja, das ist das wort was mir zum diesjährigen ötztaler radmarahon einfällt. „extrem“ ist er ja schon was seine daten mit 238 km und 5300 höhenmeter betrifft. aber dieses rennen, jedes jahr der traum von 10.000 tausenden radsportler aus der ganzen welt, war heuer wohl so extrem wie schon lange nicht mehr. kalt und regen, das sind genau die dinge die ein/e rennradfahrer/in überhaupt nicht gebrauchen kann und wenn man auf über 2000 meter seehöhe unterwegs ist erst recht nicht!  

ich habe mich riesig gefreut auf mein “letztes“ großes rad-rennen und meine vorbereitungen liefen super. nach der „bike trans alp“ bin ich keine rennen mehr gefahren und habe richtig viele rennrad km und höhenmeter gesammelt. die woche urlaub in der toskana war herrlich und meine beine fühlten sich so stark an wie schon lange nicht mehr. für dieses besondere rennen hatte ich mir richtig viel vorgenommen.  

aber was soll ich schreiben. ich habe keine ahnung wieso ich es nicht umsetzen konnte. die woche vorher nach barcelona zu fahren war wohl nicht die beste entscheidung (aber der einladung von giant, die neuen räder für 2019 für unseren laden zu ordern, wollte und konnte ich natürlich nicht auslassen). leider war mein immunsystem durch die ganzen klimaanlagen und die viele menschen die neben mir mit erkältungen rumliefen sehr geschwächt und ich hatte mir einer infektion im mund eingehandelt. aber bis zum sonntag war es, bis auf ungewohnte kopfschmerzen die mich noch freitag und samstag plagten,  eigentlich wieder ok.   leider nur das wetter war nicht ok! freitag und samstag regnete es den ganzen tag es aus strömen und es war saukalt. der wetterbericht hatte für sonntag zwar kühl aber großteils trocken vorausgesagt. daher  bin ich wohl etwas zu optimistisch was meine kleiderwahl anbelangte an die startlinie, zusammen  mit ca. 4000 anderen verrückten, in der früh um 6.45 gerollt. nach etwas verhandlungen durfte ich dann doch noch trotz meiner startnummer 3883 aus dem block 1C (zwar nicht ganz vorne, aber immerhin) starten.  

noch war es nur am boden vom nächtlichen regen nass, aber bereits bei der auffahrt ins kühtai fing es dann zu regnen an. leider fühlten sich meine beine überhaupt nicht frisch und schnell an, überhaupt fand ich keinen rythmus  und die abfahrt vom kühtai runter war einfach nur horror –  starker regen, nebel, nässe, kälte, schwerer sturz vor mir……so dass ich in ibk nur noch schlotternd auf meinem rennrad saß und dachte was ich hier überhaupt mache.  was es wohl für einen sinn hat überhaupt noch weiter zu fahren. ich begann zu überlegen wenn ich jetzt anhalte wie ich wohl ohne zu erfrieren nach sölden zurück komme. so  fuhr ich  also erstmal einfach weiter, aber mit rennen fahren hatte es nicht mehr viel zu tun…..  

den brenner hinauf ging es dann in einer gruppe, in der auch mehrere fahrerinnen waren, wieder ganz gut aber die abfahrt ließ mich erneut enorm auskühlen und ich war in sterzing einfach nur noch steifgefrohren. im unteren bereich des jauffen passes streikte dann mein körper komplett und ich brachte einfach keine watt mehr aufs pedal. gefühlt hunderte  radfahrer überholten mich und ich kam mir vor als ob ich stehe. ich brauchte 5 minuten um einen schraubverschluss an meinem gel zu öffnen und dieses in meinen mund zu befördern. dann habe ich versucht mich wieder zu konzentrieren und mich gefragt,  entweder jetzt weiterfahren und kämpfen (und an „ich habe einen traum“ denken…) oder umdrehen…..ich habe mich fürs weiterfahren entschieden und um so weiter ich den pass hinauf pedallierte um so mehr leben kroch zurück in meinen steifen körper und ich konnte mich wieder etwas aufwärmen.  leider hatte ich überhaup keine ahnung an welcher stelle ich lag und lt. meinem garmin und der zeit die ich schon unterwegs war musste es wohl ziemlich weit hinten sein.   

nach einem nassen blindflug (die abfahrt war im dichten nebel und von daher nicht so schnell) nach st. leonhard hinunter wurden die temperaturen wieder etwas besser und ich fühlte mich imstande das timmelsjoch mit seinen 24 km und 1700 höhenmeter hinauf zu fahren.  um so länger das timmelsjoch war um so besser (wärmer) wurde es mir und meinen beinchen. nach der finalen abfahrt nach sölden, in der ich wieder zu schlottern angefangen habe, wollte ich einfach nur noch ins ziel komme, was ich  nach enttäuschenden 8h 50 auch erreichte. zwar als überraschend  4.  in meiner altersklasse und 6. gesamt, aber es war nicht das, was ich mir vorgenommen und für was ich so hart trainiert hatte.  ich war wirklich keine  glückliche finisherin an diesem kalten nachmittag, leider war mein traum heute nicht wahr geworden….aber ich bin stolz auf mich dass ich nicht aufgegeben habe und das rennen fertig gefahren bin. mein respekt gilt wirklich jedem der bei diesen wiedrigen bedinungen das ziel beim diesjährigen ötztaler erreichte!!!  

gratulation auch an leila ornans die dieses grandiose rennen zum 5 mal! hintereinader gwonnen hat (einfach unglaublich!).

danke an meine trainerin andrea hofmann und die expresslieferung des ultra race getränkes…das wirklich super war und mich gerettet hat! an walter und seine zwei betreuer die mir eine flasche reichten und natürlich an klaus den ich im nebel vom kühtai dann doch noch gefunden habe 🙂 und gratulation an petra seine frau die das rennen so großartig bestritten hat und nach über 12 h immer noch mit einem mega lachen ins ziel gekommen ist !!!   

link zum ötztaler

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