UEC Europameisterschaft 2011 kleinzell/österreich

diesmal führte mich mein „radweg“ nach oberösterreich ins mühlviertel. dort wurde die diesjährige uci europameisterschaft im mtb marathon ausgetragen. sozusagen ein heimspiel, jedoch war ich in dieser gegend noch nie und kannte auch die strecke nur vom höhenprofil, dass mit 100 km und 3000 hm „sehr vielversprechend“ aussah.

die gegend hier ist sehr sanft, hügelig und lieblich, ganz ohne richtige berge. wo hier nur die 3000 hm herkommen sollen, die höchste erhebung, der ameisberg hat 940 m. lassen wir uns mal überraschen. am nachmittag fuhren wir zum zielgelände um zumindest den start- und zielabschnitt in augenschein zu nehmen. das wetter war viel schöner als vorausgesagt und es schien die sonne, hoffentlich bleibt das bis zum rennen so. die ersten 10 km vom marathon zeigten uns, dass es hier nicht so lieblich ist wie es scheint. es geht rauf, runter, rauf, runter und das auf trailigen wald- und wiesenwegen und dann kommt immer wieder ein wirklich giftiger anstieg. wenn das die ganzen 100 km so geht dann wird das wirlich ein hammer hartes rennen, so wie ein „cross country“ der 100 km lang ist und 3000 hm hat (und ich kann euch sagen es war so 😉

danach holte ich meine startnummer und erfuhr dass die elite damen 14 km weniger strecke hatten, da ansonsten die fahrzeit lt. UCI reglement zu lang wird. stepahn bekam super lust auf die schöne trailige strecke, so dass er sich für das sportklassen rennen meldete, ebenfalls über die classic strecke, aber er musst die ganzen 100 km abstrampeln und wurde in seiner klasse am ende guter 8!

am näschten morgen war der blick aus dem fenster erstmal frustrierend, regen! so ein mist, ich dachte nur an die ganzen wald trails mit den wurzeln und steinen die heute super glitschig sind und mein schnupfen der mich schon seit der trans germany begleitete war nebensache. wir gingen  frühstücken und dann gings auch schon zum start. der regen ließ nach und wir wurden einzeln um kurz vor 9.00 in den starblock gerufen. es war wirklich ungewohnt nur mit damen und in so einem kleinen, elitären feld bei einem marahton zu starten.  gemeinsam mit 4 weiteren österreicherinnen stand ich gleich hinter pia sunstedt, der späteren siegerin an der startlinie. die elite herren starteten 15 min später und hatten noch die extra schleife zu abslvieren. so hatte ich heute das vergnügen alban zweimal von hinten zu sehen 😉

ich kam super weg und gemeinsam mit der 9 köpfigen spitzengruppe gings in die erste abfahrt. schock, ein sturz vor mir auf der nassen und rutschigen wiese. ich konnte gerade noch ausweichen aber das fahrrad der stürzenden kolidierte mit mir und ich konnte mein rad gerade noch halten. es ging durch eine senke in den ersten anstieg, wo ich die beiden österreicherinnen die mich zuvor überholt hatten, wieder einholte. aber den anschluß an die topfahrerinnen hatte ich verloren. ich merkte bereits jetzt, dass etwas mit meiner schaltung nicht stimmte. nach einer trailigen abfahrt ging es in einen steilen anstieg und hier verweigerte mein schaltung das erste mal ihren dienst. ich musst vom rad und die kette wieder aufs kleine blatt auflegen.  in dem anstieg konnte ich aber wieder drei fahrerinnen überholen und setzte meine verfolgungsjagd fort. danach ging es über nasse und glitschige waldwege weiter und ich konnte jetzt gar nicht mehr auf mein großes kettenblatt schalten (wie sich nach dem rennen herausstellte war mein umwerfer ordentlich verbogen). ich war total frustriert und dachte daran aufzugeben, wie sollte ich die restlichen 70 km nur ohne mein großes kettenblatt fahren.

inzwischen hatte mich die israelische fahrerin, die ich am anstieg nicht mehr gesehen hatte wieder eingeholt und wir fuhren ais zweier gruppe weiter. an den anstiegen konnte ich immer wieder einen vorsprung herausfahren, doch in den ebenen und abwärtspassagen kam sie immer wieder auf mich aufgefahren. wie war das gemein, aber nur mit dem kleinen kettenblatt (ich fahre mit 2×10) konnte ich keinen druck oder tempo machen, ich hoffte einfach, dass keine längern abfahrten auf schotter oder asphalt kommen, denn dann hätte ich keine chance nur halbwegs mit topspeed mithalten zu können. ich hatte glück im unglück und die strecke führte immer wieder über steile, fahrtechnisch ansprucksvolle rampen hoch und durch wiesen, waldpfade, gatschige trails und winkeige feldwege runter. es gab kaum passagen zum ausruhen oder abschalten. die ganze zeit hieß es volle konzentration und aufmerksamkeit und schaltarbeit hatte ich ja nich mehr viel zu leisten 😉 für mich hieß es jetzt einfach nur dran bleiben und meine israelische begleiterin und ich arrangierten uns gut. sie fuhr auf den ebenen und leicht abschüssigen passagen vor und ich machte tempo auf den anstiegen. die zuschauer waren super und die anfeuerungsrufe peitschten einen nur so die anstiege auf den ameisberg rauf.

die letzten 20 km hatte ich dann leider auch nichts mehr zu trinken und keine gels mehr, da mir meine an der verpflegung mitgenommene flasche aus dem trikot fiel. so fuhren wir gemeinsam bis zu einem längeren flachstück vor dem ziel, an dem sie sich leider zusammen mit zwei von hinten kommenden fahrern absetzten konnte. ich hatte keine chance ohne große scheibe und riesen durst dranzubleiben. so kämpfte ich mich bereits das ziel vor augen noch mal die letzten trails rauf und runter und noch einen bergsprint bis zum ziel nach oben (wie anstrengend 10 km sein können). die zieleinfahrt war gigantisch, mitten durchs festzelt und dann noch mal über einen grasanstieg über die ziellinie, wo ich von den zuschauern mit riesem applaus und von vielen fotografen und einem reporter als beste österreicherin und gesamt 10 begrüßt wurde. ich war total fertig und am ende meiner kräfte, aber ich war auch unendlich glücklich jetzt im ziel zu sein und nicht aufgegeben zu haben! ich war wirklich stolz auf mich, auch wenn  alles noch viel besser hätte laufen können!

ein rennen so voller emotionen wie ich es noch kaum erlebt habe!

gold, silber und bronze war an diesem tag leider schon vergeben an pia sunstedt, finnland, sally bigham england und elena giacomuzzi, italien!

in der offiziellen rangliste bin ich jetzt doch 11. aber mit dem wissen, dass ein top ten platz und noch viel mehr heute dring gewesen wäre. aber trotzdem eines meiner besten rennen die ich bis jetzt gefahren bin! kompliment auch an den veranstalter des granit marathons für den schönen event! noch mehr fotos findet ihr unter meiner galerie „bilder“.
 

hier noch der bericht auf bikeboard.at

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